

Marion Neises bildet auf der ganzen Welt angehende Yogalehrer aus.
Yoga ist derzeit voll im Trend, und zwar quer durch die Gesellschaft. Egal ob Hausfrau, Manager oder Studentin: Alle sind im Yoga Fieber! Um den Hype besser zu verstehen, haben wir uns mit einer Dame unterhalten, die es wissen muss: Marion Neises ist die Lehrerin der Yogalehrer. An der WAY Europäischen Akademie für Yoga und ganzheitliche Gesundheit bildet sie angehende Yogalehrer aus und führt sie in die Rituale und Techniken der uralten indischen Tradition ein.
Weil es offenbar vielen Menschen hilft sich zu entspannen und damit eine sehr effektive Prävention vor Krankheit ist. Die großen Volkskrankheiten stehen nach zahlreichen Studien in engem Zusammenhang mit dem Stresslevel des Menschen. Mit Yoga versuchen sich deshalb viele vor Krankheit zu schützen, oder deren Heilungsverlauf positiv zu beeinflussen. Vor allem bei den stressbedingten Volkskrankheiten kann Yoga als Prävention und Therapie stark unterstützend wirken.
Langfristig beugt es Krankheiten des Bewegungsapparates vor. Yoga baut gezielt die vier tiefliegenden Bauch- und Rückenmuskelschichten auf. Richtig angewendet, kann es bestehende Rückenschmerzen sogar ganz zum Verschwinden bringen. Aber auch bei Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems, Krankheiten der Psyche und hormonell bedingten Krankheiten kann der Heilungsprozess äußerst erfolgreich unterstützt werden. Immer mehr Menschen nehmen ihre eigene Gesundheit selbstverantwortlich in die Hand und machen deshalb Yoga.
Ja, das berichten viele. Dieses Glücksgefühl entsteht – wie oben beschrieben – durch die Endorphin-Ausschüttung ins Blut, die durch die Muskeldehnung angeregt wird. Aber auch durch die Ruhe, die man in den Yogastunden erfährt. Der Geist kann für 90 Minuten vom Alltag loslassen.
Ein guter Yogalehrer achtet in erster Linie auf eine gute Ausrichtung (Alignment) des Körpers seiner Schüler. Er hilft seinen Schülern durch einen korrekten Aufbau der Yogastunde ohne Verletzungen, tiefer in die Asanas hinein zu kommen, d.h. auch den Dehnungsprozess so zu aktivieren, dass der Kursteilnehmer sich dabei nicht verletzt. Dazu legt er auch Hand an und assistet die Schüler, die Hilfe brauchen und wollen. Er respektiert die Grenzen seiner Schüler und ist nie dogmatisch.
Yoga ist weder nur Sport noch nur Mediation. Yoga verbindet körperliche Bewegung, Atemlenkung und meditative Konzentration. Wenn alle drei Komponenten zusammen kommen, praktizieren wir erst Yoga. Wenn wir im Schulterstand stehen und an den nächsten Einkauf denken, machen wir Gymnastik. Wenn wir dabei aber unsere Atmung beobachten und den Fokus auf unsere körperliche Ausrichtung legen, sind wir im Yoga.
Wenn der Lehrer gut war, ist der Schüler entspannt und geht mit einem Glücksgefühl unverletzt nach Hause. Vielleicht hat der Lehrer es auch noch geschafft ihm einen Impuls mitzugeben, das Leben gelassener anzugehen.
Yoga steht Jedem offen. Es gibt Yogakurse für jedes Alter und alle Konditionslevel. Da du eben nach einem guten Yogalehrer gefragt hast: Ein guter Yogalehrer sollte jede Übung für unterschiedliche Bewegungslevel anpassen können.
Ja, die gibt es im Yogamarkt, das ist auch kein Vorurteil. (lacht) Der Yogamarkt teilt sich in die eher esoterischen und in die weltlichen Yogaschulen. Wenn der Fokus aber alleine auf der Esoterik liegt, kann dies auf Kosten der richtigen Ausrichtung gehen. Dies wiederum kann gesundheitlich bedenklich sein.
Ein Tipp: Es lohnt sich immer, erst den Yogalehrer auszuprobieren, bevor man sich längerfristig festlegt. Hat er keine Ausbildung von mindestens 300 Stunden und kaum Anatomiekenntnisse, würde ich weitersuchen. Der Trend geht eher zu einer korrekten Anleitung und Ausrichtung.
Ich selbst habe mir mein erstes Yogabuch mit 16 Jahren gekauft und im Verein Hatha Yoga und Kundalini Yoga kennengelernt. Danach bin ich aber recht schnell beim Vinyasa Yoga gelandet. Im Alter von 35 hatte ich einen sehr schweren Autounfall. Danach habe ich mich mit yogatherapeutischen Übungen selbst wieder aufgebaut. Anschließend habe ich sechs Yogalehrerausbildungen gemacht und irgendwann das Ganze zu meinem Hauptberuf ausgebaut. Heute bilde ich weltweit Yogalehrer aus und achte sehr auf eine korrekte Ausrichtung, körperlich und mental.
Achte darauf, dass dein Yogalehrer gut ausgebildet ist, frage wie viele Ausbildungsstunden er hat. Verletzungen entstehen im Yoga, wenn der Yogalehrer zu fordernd ist oder unsachgemäß anleitet. Eine richtige Ausrichtung des Körpers in den Übungen ist verletzungsvermeidend. Ein guter Yogalehrer leitet beispielsweise die Aktivierung von bestimmten Muskelgruppen an, bevor er den Schüler tiefer in die Übung bringt. Hat ein Yogalehrer keine oder nur unzureichende Anatomiekenntnisse, sind Verletzungen oft vorprogrammiert.
Liebe Marion, vielen Dank für das Gespräch!

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