
Wenn Du regelmäßig Sport treibst, hat es Dich wahrscheinlich auch schon einmal auf dem falschen Fuß, Gelenk oder Muskel erwischt – das Verletzungspech. In den meisten Fällen kommt eine Eselsbrücke zum Einsatz: die PECH-Regel. Wann und wie Du sie anwenden sollst, wie sie funktioniert und in welchem Fall Du besser darauf verzichtest, zeig ich Dir in diesem Artikel.

Verstauchter Knöchel: Die PECH-Regel hilft dir, richtig zu reagieren.
Zu den häufigsten Sportverletzungen zählen Verstauchungen und Zerrungen der Sprung- und Kniegelenke. Dabei reichen die Verletzungen von einfachen Verstauchungen bis zu schweren Verletzungen der Bänder, wie zum Beispiel des Kreuzbands. Daneben sind auch Muskelverletzungen eine häufige Diagnose bei Sportunfällen. „Bei solchen akut auftretenden Verletzungen im Bereich der Extremitäten empfehle ich stets die Anwendung der PECH-Formel. Sie verhindert die Bildung von übermäßigen Schwellungen oder Blutergüssen und führt außerdem zu einer schnellen Linderung der Schmerzen“, erklärt mir der leitende Oberarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Diakoniekrankenhauses Friederikenstift in Hannover, Prof. Dr. Axel Partenheimer. Nur bei akuten Rückenverletzungen und Blockaden rät Prof. Partenheimer von der PECH-Formel ab, weil es sonst zur Verkürzung der Muskulatur kommen kann.
Hinter der PECH-Formel verbirgt sich eine Eselsbrücke für eine optimale Erstbehandlung akuter Sportverletzungen. P-E-C-H steht für Pause, Eis, Compression (auf Deutsch: Kompression) und Hochlagern.
Bei einer Sportverletzungen solltest Du sofort mit dem Sport aufhören, damit die Verletzung nicht noch schlimmer wird. Eine direkte Untersuchung ist wegen der Schwellung und der Schmerzen am betroffenen Körperteil recht schwierig. Das wahre Ausmaß der Verletzung wird oft erst ein paar Tage nach dem Unfall erkennbar. Kannst Du nicht mehr auftreten oder werden die Beschwerden nicht besser, solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen!

PECH-Regel: Schnell kühlen hilft.
Wenn Du die betroffene Körperstelle möglichst schnell kühlst, kannst Du damit die Heilung begünstigen. Durch die Kälte werden nicht nur die Schmerzen gelindert, sondern es verengen sich auch die Blutgefäße, was das Ausmaß der Einblutung reduziert – das verhindert eine übermäßige Schwellung. Durch die Kühlung wird der Stoffwechsel verlangsamt, so kann sich der Schaden, den das betroffene Gewebe nimmt, nicht weiter ausdehnen. Allerdings solltest Du das Eis nicht direkt auf Deine Haut auflegen, sonst erleidet sie am Ende Erfrierungen. Decke also die verletzte Stelle mit einem Handtuch ab oder umwickle sie mit einer Mullbinde! Nun kannst Du das Eis oder die Kühlpackung auflegen und mit einer Elastikbinde oder ähnlichem fixieren. Bei Verletzungen an Knie oder Knöchel solltest Du eine gute halbe Stunde, am Oberschenkel bis zu 45 Minuten kühlen. Damit das Eis positiv auf die Verletzung einwirken kann, musst du innerhalb von 15 bis 20 Minuten nach dem Unfall kühlen.
Um eine übermäßige Schwellung zu verhindern, folgt auf die Kühlung ein Kompressionsverband, auch Druckverband genannt. Allerdings darfst Du den Verband keinesfalls zu fest wickeln, da sonst der Druck auf die verletzte Stelle die Durchblutung zu sehr einschränkt. Weil die Schwellung in den ersten Stunden nach dem Sportunfall stetig zunimmt, sollte die Spannung des Kompressionsverbandes immer wieder nachkontrolliert werden. Spürst Du ein Klopfen oder werden gar blaue Verfärbungen der Haut sichtbar, muss der Verband sofort gelockert werden.
Hochlegen hilft! Durch die erhöhte Lage des verletzten Körperteils wird die Blutzufuhr weiter reduziert. Außerdem kann die Flüssigkeit, die aus den Blutgefäßen des umliegenden Gewebes ausgetreten ist, besser abtransportiert werden. So kannst Du die Schwellung und die Schmerzen weiter lindern. Das Hochlagern kannst Du so lange regelmäßig weiterführen, bis die Schwellung abgeklungen ist.
„Wenn die Verletzung derart schmerzhaft ist, dass es zu einem Funktionsverlust des betroffenen Körperteils kommt, sollte unverzüglich ein Arzt konsultiert werden, um schwere Verletzungen nicht zu übersehen oder gar zu verschleppen“, warnt Prof. Dr. Partenheimer. Auch wenn Deine Beschwerden nach Anwendung der PECH-Regel länger als drei bis fünf Tage anhalten, solltest Du nicht weiter zögern und Dich untersuchen lassen. Leichte Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen kannst Du, nach Anwendung der PECH-Regel, auch in Eigenregie weiter behandeln. Hierfür kannst Du problemlos homöopathische Mittel anwenden. Diese unterdrücken, im Gegensatz zur Schulmedizin, keine körperlichen Warnsignale wie Unwohlsein, Fieber oder Schmerzen. Dennoch fördern sie Deinen Heilungsprozess. Globulis oder Salben, die eine Mischung aus Arnika, Ringelblume, Johanniskraut und Beinwell enthalten, eignen sich bei Verstauchungen, Prellungen und Blutergüssen. Auch bei einfachem Muskelkater versprechen sie Besserung. „Mit solchen homöopathischen Mitteln wird versucht, die Immunantwort zu unterdrücken und den Abbau von Mediatorstoffen (chemische Vermittler- oder Überträgerstoffe des Nervensystems) im verletzten Bereich zu beschleunigen.“
Wenn Du Sportverletzungen vermeiden willst, solltest Du Prof. Partenheimers 3 Goldene Regeln beachten. Als Mannschaftsarzt des Bundesligavereins Hannover 96 ist es sein Job, die Profisportler fit zu halten und vor Verletzungen zu schützen.
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